Endlich habe ich es geschafft den nächsten Teil der Geschichte fertig zu schreiben. Für die, die sich an die vorherigen Teile nicht mehr erinnern können, empfehle ich, sie nochmal zu lesen (hab sie hier nochmal verlinkt).
Starfire Chroniken I "Zu Spät"
Starfire Chroniken II "Erklärungen"
Starfire Chroniken III "Die Rechnung bitte"
Starfire Chroniken IV "Das macht dann 400.000ISK"
Starfire Chroniken V "Der Rest ist für sie"
Und hier nun Starfire Chroniken VI:
Nach einigen Augenblicken hatte er sich an die Bilder, die durch seinen Verstand schwirrten gewöhnt. Mit der Zeit gefiel es ihm sogar, man hatte irgendwie das Gefühl überall zu sein. Es dauerte ca. 20 Minuten bis er fand was oder besser, wen er suchte. Garat Ancono war gerade dabei den Club zu verlassen und es machte den Anschein, als hätte er 4 Leibwächter dabei. Was bei der Tatsache, dass er ein Agent der Sansha war, Jon nun auch nicht wirklich wunderte. Er stand auf und machte sich auf den Weg Richtung Ausgang. Allerdings stellte sich dies als schwieriger heraus als gedacht. Gerade hatte der DJ angefangen irgendein Lied zu spielen das wohl alle besonders toll fanden und natürlich gerade jetzt auf die Tanzfläche strömen mussten. Der Sänger faselte irgendwas von „Glaubst du an den Krieg?“ und „Glaubenskrieger sterben nie“. „Oh man die Jungs bei der Armarr -Propagandaabteilung könnten sich auch mal wieder was kreativeres einfallen lassen, immer dieser religiöse Scheiß“, der Gedanke huschte eher beiläufig durch seinen Kopf während er sich durch die tanzende Masse schob.
Als er den Club verlassen hatte war sein Ziel wie vom Erdboden verschwunden. „Na gut dann eben auf die harte Tour.“ Schnell blickte sich Jon um und suchte ein Computerterminal. Natürlich war keins zu finden. Er hastete den Gang entlang und sah sich immer wieder um, nichts. Etwas außer Atem blieb er schließlich stehen. „Ich Idiot“, mit ein paar kurzen Gedanken wies er die Beobachtungsdrohnen an nach einer Datenschnittstelle zu suchen.
Natürlich war auch eine innerhalb von 30 Sekunden aufgetrieben.
„War ja klar, ich hetz mich hier ab und die Dinger finden so ein Teil im Handumdrehen.“
Der Datenport war Teil eines Verteilerknotens zur Lichtregulierung im Korridor. Rasch war das Hacking Modul angebracht. „So wie war das noch mal, erst das hier und dann dies und dann Starten, oder?“ Als er den Knopf betätigte, sausten Zahlen- und Buchstabenkolonnen über das kleine Display. Es dauert einige Sekunden dann wandelte sich das rote Blinken der Kontrollleuchte in ein grünes Leuchten. „Ah geht doch. So Kinder euch muss ich jetzt mal abschalten.“ Er rief die Drohnen zurück und löste die mentale Verbindung. Scheppernd vielen die Drohnen auf den Metallboden. „Ja man hätte sie auch absetzen können. Komm, konzentrier dich, ist ja schließlich nicht das erste Mal, dass du so was machst“ Er verstaute seine kleinen fliegenden Helfer und stöpselte das Hacking Modul an seiner neuralen Schnittstelle an. Durch den Hackingprozessor war es recht einfach Zugang zu den Internen Sensoren zu bekommen. Die Verfolgung seines Ziels stellte sich als einfacher heraus, als er zuerst angenommen hatte. Einer der Leibwächter musste ziemlich viele Implantate haben, die elektromagnetische Signatur, die er ausstrahlte ließ sich sehr leicht verfolgen. Lange waren sie nicht unterwegs. Schnell noch die Zugangscodes zu Ancono‘s Wohneinheit runtergeladen. Jetzt lief alles wie geschmiert. Aber irgendwie aber auch zu einfach, fast schon als wollten die Armarr das er Garat aufspürte und tötete. Oder war es eine Falle? Ein Agent der Gallente der versucht einen Funktionär der Armarr zu töten. Die Schlagzeilen wären wohl enorm. Aber das musste jetzt erst mal hinten anstehen. Kurz bevor er das Modul wieder deaktivierte, lud er noch das Programm hoch das er von der Elektronik - Abteilung bekommen hatte. Es sollte, wenn es funktioniert, die Sensoren der Station die seinen Bereich abdeckten mit falschen Informationen füttern, damit kein Alarm aktiviert werden konnte, wenn es zu einem Feuergefecht kommen würde. Und das würde es mit Sicherheit. Im Lift überprüfte er noch mal seine Blaster, die Antimaterie - Ladungen machten den Eindruck als wären die Projektile aus Glas, gefüllt mit einer schwarzen Flüssigkeit die mit roten Schlieren durchzogen war. „Seltsame Geschosse“, dabei hatte er schon unzählige dieser Projektile in ebenso unzählige Schiffe geschossen. Die Türen des Fahrstuhls öffneten sich und Jon verstaute die Blaster wieder in ihre Holster. Nur noch den Gang entlang, dann links und nach ca. 25 Metern …
„Pass doch auf Navy!“
„’tschuldigung war gerade in Gedanken. Die letzte Mission war etwas anstrengend.“
„Interessiert mich nicht, mach das nächste mal einfach die Augen auf“, der Ton dieses Typen war mürrisch bis aggressiv. Jon machte ihm Platz und ließ ihn und seine beiden Kameraden vorbei. Nicht das der Gang nicht breit genug gewesen wäre, aber er wollte auch gerade keinen Ärger provozieren, nicht jetzt. Dass er mit ihm zusammen gestoßen war lag nur daran das er nach unten gesehen hatte, als er um die Ecke bog. Er sah ihnen noch kurz nach, und war der festen Überzeugung, dass er sie kannte. „Drei der Leibwächter“, schoss es ihm durch den Kopf. „Der Tag wird immer besser.“ Als er seinen Weg fortsetzte, bemerkte er noch einen weiteren Leibwächter vor der Tür von Arcono. Als Jon ungefähr auf seiner Höhe war griff er sich plötzlich an die Brust. „Argh! Was zur Hölle...“ er beugte sich leicht nach vorn um scheinbar eine entspanntere Haltung einzunehmen. Der Leibwächter schien verwundert und verärgert zu gleich. Er hatte definitiv keine Lust, dass irgendein dahergelaufener Imperialer Navypilot vor der Tür seines Bosses abkratzte.
„Hey Mann nicht hier, geh woanders hin. Los verschwinde.“ Er ging auf Jon zu und packte ihn an der Schulter. Jon hob den Kopf und grinste ihn an.
„Was grinst du so blöde?“ Die Antwort auf seine Frage war eine Ladung Antimaterie, die sich von unten nach oben schräg durch seine Gedärme fraß. Durch die Wucht des Schusses wurde er gegen die Wand geschleudert und als er auf den Boden knallte, war er tot. Schnell betätigte Jon ein paar Tasten auf dem Bedienfeld und gab den Zugangscode ein. Mit vorgehaltenen Waffen stürmte er in die Wohneinheit. Flur, Wohnbereich, nichts, nur ein paar leere Gläser, eine halbvolle Flasche Spiced Wine und leise Musik aus dem Schlafbereich.
„Ah, er hat Besuch.“ Als die Türe zum Schlafbereich zur Seite glitt, sah Jon etwas, das er nicht erwartet hatte. Aber die Überraschung war nicht nur in seinem Gesicht deutlich zu erkennen. Allerdings nur in zwei der Gesichter, die ihn anblickten. Die anderen beiden zeichneten sich eher durch ihre starke Behaarung und ihre lang gezogenen Schnauzen aus.
„Sind das…? Das sind doch nicht wirklich…?“ Jon wusste nicht recht was er sagen sollte.
„Oh man, ihr seid nicht ganz richtig in der Birne“ Herrschte Jon die beiden Kerle an, die da vor dem Bett knieten. Halt… zwei Kerle? Na ja in Relation zum Gesamtbild, war das nun wirklich nicht erwähnenswert. Jon machte einen Schritt in den Schlafraum und schloss die Türe wieder hinter sich.
„W…was, was wollen sie?“ Die Antwort waren vier Schüsse Antimaterie aus Jons Blastern. Einer pro Kopf, menschlich oder nicht. Problem eins war damit erledigt, nun zu Problem zwei. Das Computerterminal von Garat Ancono war schnell gefunden und ebenso schnell hatte Jon den Datentransfer in Gang gesetzt, welcher allerdings weniger schnell war. Restzeit 5 Minuten 23 Sekunden. Eine Ewigkeit. Jon ging unterdessen schnell vor die Tür, zerrte den erschossenen Leibwächter in die Wohneinheit und schleifte ihn mit ins Schlafzimmer. In der Mitte der Leichen platzierte er noch eine Granate mit Brandsatz. Gerade genug Sprengmittel um die Leichen zu verstümmeln und alles in Brand zusetzen. Aber zu wenig um die strukturelle Integrität der Sektion zu gefährden. Restzeit 4 Minuten 16 Sekunden. „Komm schon mach schneller.“, dachte Jon, als er einen Blick auf den Bildschirm warf. Er wandte sich wieder der Sprengladung zu und stellte den Timer auf 2 Minuten ein, genug Zeit um sich von der Ebene zu entfernen. Noch mal die Waffen und Munition überprüfen, volle Magazine laden. „Man kann ja nie wissen.“
„Datentransfer abgeschlossen“ ertönte die Stimme aus dem Computer. Er nahm den Holospeicher, aktivierte die Sprengladung und verließ die Wohneinheit.
Rechts von ihm sah er drei Gestalten gerade in den Gang kommen, die Leibwächter.
„Dreck. Nun weg hier.“ Jon setzte sich in Bewegung und rannte los. Irgendwas riefen sie ihm hinter her, doch das ging in dem Geräusch unter, das drei Laserwaffen erzeugen wenn man sie abfeuert….
„Das mit den Tieren hast du dir doch nur ausgedacht“, sagte die Rothaarige.
„Nein ich schwöre es euch die waren wirklich da.“
„Gut dann waren da halt zwei Viecher, aber warum sollten wir dir überhaupt etwas glauben?“ die Schwarzhaarige verleite ihrer Frage mehr Nachdruck, indem sie die Eisenstange mit der sie Jon eben niedergeschlagen hatte, noch mal drohend ein Stück höher hielt.
„Ja eben du könntest uns doch wer weiß was erzählen“, pflichtete die Rothaarige ihr bei.
Jon schaute kurz von einer zur anderen und sagte dann: „Weil ihr vergessen habt mir meine Blaster wegzunehmen, und wenn ich gewollt hätte, wärt ihr beide jetzt tot.“
Beide Frauen blickten erstaunt auf die Hände des vor ihnen am Boden liegenden, sie hatten sich so sehr auf die Erzählung konzentriert das sich nicht mitbekommen hatten wie Jon seine Waffen gezogen hatte.
„Bitte, tu uns nichts, bitte“, in den Lauf einer Waffe zu blicken, ließ die beiden Frauen sofort geistig einsinken.
„Keine Sorge, ich will euch nichts antun. Ich hab euch gekauft damit ihr frei seid, ich mag Sklaverei nicht.“ Mit diesen Worten steckte er seine Blaster wieder ein.
„A-Aber wo sollen wir hin?“
„Na kommt erstmal mit zu mir, da könnt ihr schlafen und was ordentliches Essen und dann werden wir schon was für euch finden, wenn ihr wollt.“